1992: Beginn der Planungen

Plan und Perspekiven Brenner
Plan
Perspekiven Brenner
Perspektiven Brenner
Perspekiven Brenner
Perspektiven Brenner
Perspekiven Brenner
Perspektiven Brenner

Ende 1992 wurde ein international besetztes zweistufiges Gutachterverfahren mit dem Ziel eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts für das Gebiet um den Bahnhof Ostkreuz durchgeführt. Der Gewinner dieses Verfahrens war der Architekt Professor Klaus Theo Brenner, der zusammen mit dem Landschaftsplaner Karl Thomanek das Konzept einer „städtischen Landschaft“ erarbeitet hatte.

Seinen Entwurf beschrieb Klaus Theo Brenner im Januar 1994 folgendermaßen: „Das Kreuz als bauliche Leitfigur für den engeren Bahnhofsbereich stellt das Ergebnis eines komplizierten Abstimmungsprozesses zwischen allen fachlichen Beteiligten anhand zahlreicher alternativer Lösungen dar. […] Hinzu kommt, daß jede Diskussion um eine bauliche Prägung des Ostkreuzes nur dann einen Sinn bekommt, wenn sie vor dem Hintergrund der baulichen Entwicklung der Rummelsburger Bucht als Ganzes geführt wird. Das Kreuz überlagert zwei Richtungen. Einmal wird die Kynaststraße mit ihrer Sequenz von Hochhäusern über die Bahn hinweg nach Norden baulich begleitet und architektonisch interpretiert. In dieser Sequenz von Hochhäusern werden zwei funktionale Elemente eingeschoben: das große Bahnhofsdach und die Fußgängerbrücke über die Hauptstraße.

Das große Dach steht in Verbindung mit der Bahnhofsterrasse als Brücke zwischen den beiden Hochhäusern nördlich und südlich der Bahn. In Ost-West-Richtung wird südlich der Bahntrasse ein schmales Baufeld mit einer Reihe von Einzelgebäuden ausgewiesen, die im östlichen Bereich mit dem Mäander zusammen an der Hauptstraße einen Straßenraum bilden. Westlich der Nord-Süd-Trasse erhält die dreieckige Platzfigur eine Gebäudescheibe als Rückwand. […] Nördlich der Bahn ensteht längs der Straßenbahnlinie die 'Bahnhofs-Esplanade' als Bahnhofsvorplatz mit hain- und parkartigem Charakter.

Das Kreuz stellt in dieser Ausprägung eine Figur dar, die im Zusammenhang mit dem Entwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht eine starke Symbolkraft besitzt, im Bereich südöstlich der Bahntrasse ihren baulichen Schwerpunkt hat und entsprechend stark an der Neuordnung partizipiert. Ein positives Ergebnis des räumlichen Zusammenspiels zwischen Kreuz und Mäander ist die Herausbildung der 'Bahnhofsplaza', wo über alle Zäsuen hinweg ein starkes Raumbild entsteht. Die Überbrückung des Bahnhofsgeländes bleibt sparsam und wird auf die minimalen Notwendigkeiten eines 'Bahnhof Ostkreuz' reduziert. Im Bereich nördlich der Bahn, wo ein intaktes und dichtes Stadtquartier existiert, reduzieren sich die baulichen Maßnahmen auf einen nördlichen Brückenkopf, das Hochhaus. Es ist Zugangsbauwerk zum Bahnhof und Zeichen im hainartigen Bahnhofsvorplatz. […] “

Im Juni 1992 begann die Erarbeitung grundlegender Gutachten, die bis zum Juni 1993 dauerte. Die Rummelsburger Bucht wurde u.a. hinsichtlich ihrer Siedlungsstruktur, des Verkehrs, der technischen und sozialen Infrastruktur, aber auch auf Altlasten und auf die Belange des Denkmalschutzes untersucht. Dazu kamen die Auswertung vorhandener Planungen und übergeordneter Entwicklungsziele. Die Untersuchungen zeigten, dass die Rummelsburger Bucht von städtebaulichen Missständen und Funktionsschwächen geprägt war. Das waren vor allem die ungeordnete Stadtstruktur sowie der schlechte Zustand der Verkehrsanlagen und der Freiflächen; vor allem durch den Wegfall der Industrie existierten zahlreiche Brachen.

Gleichzeitig wurde der Bereich um den Bahnhof Ostkreuz im „räumlichen Strukturkonzept“ des Landes Berlin als einer der wichtigsten Dienstleistungsschwerpunke der Stadt benannt und der angestrebte Wohnungsbau an der Rummelsburger Bucht als Alternative zum Bauen und Wohnen im Berliner Umland gesehen.

B-Plan Ostkreuz Stand 1992
B-Plan Ostkreuz Stand 1992

Am 26. Mai 1992 fasste der Bezirk Lichtenberg den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan (B-Plan) XVII-4, der sich über das Areal „An der Mole“ südöstlich des Bahnhofs Ostkreuz erstreckte. Der B-Plan sah die Ausweisung zweier Kerngebiets-Bereiche vor und sollte damit den Bau von Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäuden ermöglichen sowie Handel, Gastronomie und Hotels. Für die Wohnnutzung wurde ein Anteil von 25 bis 30 % und eine geschossbezogene Festsetzung angestrebt. Das Nutzungsmaß wurde auf eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 bei einer geschlossenen Bauweise begrenzt. Die Ausweisung von Parkanlagen sollte die öffentliche Durchwegung des Gebiets und die Erreichbarkeit des Seeufers sichern. Der Wasserbezug sollte durch einen Kanal mit einer vergrößerten Wasserfläche und die Renaturierung des Ruschegrabens verstärkt werden. Zur Verkehrserschließung sollten die Hauptstraße ausgebaut sowie direkte Umsteigemöglichkeiten zwischen Bahn, Straßenbahn und Bus geschaffen werden. Mit der Bearbeitung des Planverfahrens wurde die BSM – Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH beauftragt.

1992 begannen erste Voruntersuchungen zur Entwicklung der Rummelsburger Bucht als Wohn- und Dienstleistungsstandort. Die Entscheidung zur Entwicklung des Gebiets erfolgte im Rahmen der Bewerbung Berlins für Olympia 2000; hier sollten zunächst die Teilnehmer der Olympischen Spiele wohnen.


Artikel entnommen aus: www.Bebauungsplan-Ostkreuz.de
(www.bebauungsplan-ostkreuz.de) am