1993 bis 1995: Rummelsburger Bucht

1995 wurde die „Betroffenenvertretung Rummelsburger Bucht“ gewählt.

Am 31. März 1994 schloss das Land Berlin mit der Entwicklungsträgergesellschaft Rummelsburger Bucht den Vertrag zur Entwicklung der Rummelsburger Bucht. Die Entwicklungsträgergesellschaft fusionierte später mit der Wasserstadt GmbH, die ursprünglich der städtische Entwicklungsträger nur für die Wasserstadt Spandau war.

Nachdem feststand, dass Vorbereitung und Durchführung der Entwicklung der Rummelsburger Bucht von öffentlichem Interesse sind und die rechtlichen Voraussetzungen gegeben waren, beschloss der Berliner Senat am 15. März 1994 die förmliche Festlegung des Entwicklungsbereichs Rummelsburger Bucht.

Bereits im September 1993 war vom Senat entschieden worden, die Gebietsentwicklung unabhängig von der Entscheidung über den Olympiastandort fortzuführen.

Rahmenplan Rummelsburger Bucht
Rahmenplan Rummelsburger Bucht

Im Februar 1994 erarbeitete das Planungskontor für Städtebau und Ortsentwicklung im Auftrag der Entwicklungsträgergesellschaft Rummelsburger Bucht auf Basis von Brenners Masterplan einen städtebaulichen Rahmenplan für den Geltungsbereich des B-Plans „Ostkreuz“. Mit diesem Plan wurden die Grundzüge der Nutzung, die überbaubaren Flächen, die Freiflächen und Gemeinbedarfsstandorte festgelegt.

Der Rahmenplan diente als Grundlage für die fömliche Festlegung des Enwicklungsbereichs „Berlin-Rummelsburger Bucht“ und sah begleitend zu den Bahntrassen und Straßen gemischte Bauflächen mit einer Dienstleistungsnutzung vor, die entlang der Kynaststraße und der Ringbahn zwischen 10 und 20 Geschosse und eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 3,0 aufweisen sollten. Ein Baufeld mit der gleichen Nutzungsintensität überspannte die Bahnanlagen im Bereich der bestehenden Fußgängerbrücke über die Bahnsteige. Südlich der Hauptstraße wurde die bauliche Dichte der gemischten Baufläche auf eine GFZ von 2,4 bei einer Festsetzung von 10 Geschossen reduziert. In dem zum See gelegenen Bereich dieser Bebauung sah der Rahmenplan ein allgemeines Wohngebiet mit bis zu 10 Geschossen bei einer GFZ von 2,0 vor. Das Grundstück Marktstraße 9-13 sollte mit Schul- und Verwaltungseinrichtungen weiterhin dem Gemeinbedarf dienen. Die in der Rahmenplanung vorgesehene Bruttogeschossfläche für die mit dem Geltungsbereich des Bebaunngsplan XVII-4 weitgehend übereinstimmenden Quartiere „Ostkreuz“ und „An der Mole“ betrug 222.850 qm, von denen 74.000 qm auf eine Wohnnutzung entfielen. Zur Anbindung der bereits berücksichtigten Autobahntrasse der A100 sollte die Hauptstraße unterhalb der Ringbahn in südlicher Richtung verschwenkt werden.

Masterplan Rummelsburger Bucht Brenner
Masterplan Rummelsburger Bucht

Der auf Grundlage der Planungen Klaus Theo Brenners im Juni 1993 erstellte Masterplan für die Rummelsburger Bucht enthielt ein städtebauliches Programm für Wohnungen für rund 12.000 bis 15.000 Einwohner, Arbeitsstätten für etwa 12.000 Beschäftigte sowie für die technische und soziale Infrastruktur. Brenner schrieb im Juni 1993 zu diesem Masterplan: „Das städtebauliche Konzept des Masterplans 'Städtische Landschaft Rummelsburg' basiert auf drei wesentlichen Zielsetzungen:

1. Alle Baumaßnahmen sind so geordnet und dimensioniert, dass eine Einbindung und Vernetzung mit den umgebenden Stadtbereichen erreicht wird und dass die bestehenden Charakteristika des Geländes zum bestimmenden Faktor für den Entwurf werden.

2. Insbesondere werden die Elemente Wasser, Rummelsburger See und daneben der Verlauf der Bahn entwurfsbestimmend.

3. Der Entwurf ist so aufgebaut, dass einzelne Baubereiche entstehen, die sich insbesondere in relativer Selbstständigkeit entwickeln können, aber dennoch im Sinne einer städtischen Landschaft Bezüge untereinander aufweisen und sich zueinander ins Verhältnis setzen.

Auf dieser Grundlage wird eine übergreifende Ordnung entwickelt, die sich inbesondere in einer übergeordneten, freiräumlichen Beziehung in Ost-West-Richtung zwischen dem Rummelsburger See und den westlich der Bahn gelegenen Stadtgärten äußert. An dieser freiräumlichen Großform entlang entwickeln sich nördlich und südlich davon die Stadtquartiere mit der Tendenz einer Verdichtung am Ostkreuz und an der Bahn.“


Artikel entnommen aus: www.Bebauungsplan-Ostkreuz.de
(www.bebauungsplan-ostkreuz.de) am